Die Bankreihen
 

Der Ort

AVUS - Berlin Charlottenburg

The AVUS (Automobil-und Verkehrsübungsstrasse) is flanked by distinctive structures, such as the former AVUS racing grandstands at the start and finish lines (now under protection as a site of historical interest); the current motel, which accommodated the racing management until the 1970s; and the notorious North Curve, which presently serves as a parking lot. From an urban development perspective, the area's central location and its urban surroundings stand in contrast to its function, which, due to the ruins of the grandstand and the unused dead-end parking lot, resembles a wasteland. AVUS' history stands for the history of mobility and racing as well as for the history of Germany. It was an emblem of West Berlin in the era of the Cold War. It is a unifying element for all of Berlin. This place of constant transformation and of a forsaken, putatively marginal urbanity forms spaces of ephemerality: in a state of dissolution and on a quest for redefinition.

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Im Jahre 1921 fanden auf der AVUS (Automobil-und Verkehrsübungsstrasse) die ersten Autorennen in Deutschland statt. Das Raketenauto RAK2 auf der AVUS sorgte vor 80 Jahren für eine weltweite Sensation und ist noch heute ein Symbol für die technische Fortschrittsentwicklung. Als erste reine Autostrasse Europas ist die AVUS der Prototyp einer auf Mobilität ausgerichteten Infrastruktur.

Die unter Denkmalschutz stehende Überbleibsel: eine Tribüne, der Rundturm der Rennverwaltung und die legendäre Nordkurve werden heute für anderes genutzt oder sind Teil der langen Liste offener Fragen nach einer zukünftigen Nutzung innerhalb des heutigen Messegeländes. So ist auch die Zuschauertribüne, die stumm und funktionslos direkt an eine viel befahrene Autobahn A115 angrenzt und sich langsam in eine Ruine verwandelt.

Ein paradoxes Szenario: Die Autobahn wird zur Bühne für 4000 ZuschauerInnen, die auf den Rängen der Tribüne Platz finden können, um von den langen Sitzreihen aus auf die Autobahn blickend dem alltäglichen Spektakel vorbeirauschender Autos beizuwohnen.

Das Kunstprojekt bezieht sich auf einen Ort unserer zeitgenössischen Kultur, der sehr widersprüchliche Raumqualitäten aufweist und deshalb unser künstlerisches Interesse auf sich gezogen hat: die Autobahn. Dieser Ort hat seine Form erst durch die technologischen Entwicklungen der letzten zweihundert Jahre erhalten. Erhöhte Mobilität beschert den Menschen eine veränderte Raumerfahrung, d.h. es findet eine Veränderung der Art und Weise statt, wie Menschen sich auf einen Ort und aufeinander beziehen.


letzte Aktualisierung: 18.06.2014

©Kunstraum Avus 2014