Kaaren Beckhof
Kolam Nordkurve 2009
Temporäre Streuzeichnungen im Außenraum/ Aktion
Als ehemalig leidenschaftliche Tramperin betrachtet Kaaren Beckhof den LKW
Parkplatz aus der Sicht der Fernfahrer. Diese kommen mitsamt Ihrem mobilen
Teilzeitzuhause, Ihrer eingebauten Schafkabine und einem Wohnzimmer mit Aussicht
an diesen Ort. Auf die Auffahrt setzt die Künstlerin ein riesiges "Kolam,"
ein labyrinthisches Muster, dass aus dem südindischen Tamil Nadu stammt.
Dort ist die jahrhundertealte Kulturtechnik des Kolamsetzens in das alltägliche,
soziale und religiöse Leben der Menschen eingebettet. Vor dem Haus wird temporär
die Schwelle zwischen innen und außen, der Übergang von Privatem zum Öffentlichen,
von der Nacht zum Tag und vom Besonderen zum Profanen markiert.
Am Sonntag sind auf dem Parkplatz überall vor den LKWs kleine Kolams zu sehen,
verwitterte wie auch hell strahlende, die die Künstlerin gemeinsam im Laufe der Woche
mit den Fahrern gestaltet hat. Neben dem den legendären "Kings of the Road" werden so
auch die "Queens of the House" sichtbar.
Unterstützt wird die interaktive Aktion von Karin Kaiser und Christine Lenz.
